"Gegen das Vergessen" - Gedenktag 2020

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Seit 1997 begehen wir den Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945, so auch 2020. Am 28. Januar 2020 sind  wieder zahlreiche Gäste in die Ruth Cohn-Schule gekommen, darunter auch Zeitzeug*innen, Vertreter*innen von Institutionen und ehemalige Kolleg*innen, um gemeinsam mit den Schüler*innen und Studierenden der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zu gedenken und um sich gemeinsam zu erinnern, damit sich nie wiederhole, was damals geschehen ist.  

Programm des Gedenktages 2020

Wie in früheren Jahren gab es auch im Jahr 2020 zum Gedenktag eine Autorenlesung. Anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz las Ronen Steinke am 27. Januar vor einer großen Zuhörerschaft aus seinem Buch „Der Muslim und die Jüdin. Die Geschichte einer Rettung in Berlin“.  Darin geht es um die bewegende Geschichte des ägyptischen Arztes Mohammed Helmy, der die 17-jährige Jüdin Anna Boros rettete, indem er sie in seiner Charlottenburger Praxis als Arzthelferin einstellte. Anna trug fortan ein Kopftuch und wurde von Mohammed Helmy als seine Nichte Nadja ausgegeben.
Durch die Lesung erfuhr man einiges über das schillernde arabisch-muslimische Leben und den intensiven Austausch zwischen Arabern und Juden in den 1920er und frühen 1930er Jahren in Berlin. Vor allem aber wird der Mut des ägyptischen Arztes bei dem Publikum in Erinnerung bleiben, der für seinen Einsatz 2013 in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem als Gerechter unter den Völkern geehrt wurde.

Zum Inhalt:

Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat bis heute mehr als 25 000 mutige Männer und Frauen geehrt, die während des Zweiten Weltkriegs Juden retteten. Diese Geschichte ist trotzdem einzigartig. Unter den „Gerechten unter den Völkern“ ist bislang nur ein Araber: Mohammed Helmy. Er lebte in Berlin. Den ganzen Krieg über blieb er in der Stadt. Der Ägypter balancierte ständig auf einem schmalen Grat zwischen Anpassung und Subversion, und er vollbrachte ein wahres Husarenstück, um die Nazis auszutricksen. So rettete er die Jüdin Anna Boros.

Dieses Buch wirft ein Licht auf eine fast vergessene Welt, das alte arabische Berlin der Weimarer Zeit, das gebildet, fortschrittlich und in weiten Teilen alles andere als judenfeindlich war. Einige Araber in Deutschland stellten sich in den Dienst des NS-Regimes. Aber eine nicht unbedeutende Gruppe – und von ihr handelt diese Geschichte – bildete einen Teil des deutschen Widerstands gegen den NS-Terror.

 


 

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